Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit von Kurzsichtigkeit steigt, wenn mehr Zeit im Nahbereich (z. B. am Bildschirm) und weniger Zeit draußen bei Tageslicht verbracht wird. Insbesondere Kinder sind deshalb mittlerweile einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei einer Myopie Ihres Kindes tun können.
Was ist Kurzsichtigkeit (Myopie)?

Nichts ist wichtiger als die Gesundheit und das Wohlergehen Ihres Kindes. Sie wollen, dass sich Ihr Kind jetzt und in Zukunft gut entwickelt. Vielleicht haben Sie festgestellt, dass Ihr Kind in die Ferne nicht scharf sieht, sich deshalb in der Schule schlechter konzentrieren kann und beim Spielen eingeschränkt ist. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass bei Ihrem Kind eine Myopie (Kurzsichtigkeit) vorliegt. Wird diese bei Kindern nicht korrigiert, kann es zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Sehvermögens kommen.
Bei einer Myopie hat das Auge Schwierigkeiten, Dinge in der Ferne scharf zu sehen. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Änderungen im Lebensstil wird Kurzsichtigkeit bei Kindern höchstwahrscheinlich in Zukunft weiter zunehmen. Genetische Veranlagung sowie Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Eine Kurzsichtigkeit (Myopie) zeichnet sich durch seine Minuswerte aus. (Bsp.: sph -2,50 dpt)
Sie sehen diese Daten auf dem letzten Augenarztrezept oder auf der Brillenrechnung oder dem Brillenpass der letzten Brille, falls vorhanden.
Ihr Kind hat noch keine Brille? Sie können eine Fehlsichtigkeit in Richtung Myopie auch am Verhalten Ihres Kindes erkennen:
- Beim Greifen eines Gegenstandes wird dieser direkt vor die Nase gehalten.
- Beim Schreiben auf einem Blatt Papier "klebt" die Nase fast darauf.
- Flugzeuge am Himmel werden nicht gesehen oder weit entfernte Objekte erst, wenn sie näher kommen.
Sie haben keine Unterlagen von der letzten Brille oder vom Augenarzt? Sie können mit der Brille Ihres Kindes bei uns im Laden vorbeikommen und wir überprüfen, ob Ihr Kind an einer Kurzsichtigkeit leidet.
Welche Behandlungsmethoden
gibt es?
Das Fortschreiten einer Myopie lässt sich mit verschiedenen Methoden aufhalten, von speziellen Brillengläsern über innovative Kontaktlinsen bis hin zu Augentropfen. Unsere Experten beraten Sie und Ihr Kind zu den unterschiedlichen Möglichkeiten.
Brillengläser

Spezielle Brillengläser im Myopiemanagement bei Kindern sind darauf ausgelegt, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit (Myopie) zu verlangsamen. Sie wirken durch verschiedene optische und biomechanische Ansätze:
Optimierte Lichtbrechung: Diese Gläser nutzen spezielle Designs, um die periphere Lichtbrechung auf der Netzhaut zu beeinflussen. Dies reduziert das Augenlängenwachstum, das oft mit fortschreitender Myopie einhergeht.
Multifokale Zonen: Die Gläser haben unterschiedliche Sehbereiche, die gleichzeitig scharfes Sehen und die Entspannung der Augen ermöglichen. Dadurch wird das Risiko einer Überanstrengung reduziert, was ebenfalls zur Myopieprogression beiträgt.
Individuelle Anpassung: Die Gläser werden basierend auf den individuellen Sehanforderungen des Kindes gefertigt, um maximale Effektivität und Komfort zu gewährleisten.
Langfristige Vorbeugung: Durch die Verlangsamung der Myopieentwicklung wird das Risiko von späteren Komplikationen wie Netzhautschäden oder Glaukom gesenkt.
Diese Technologien kombinieren Funktionalität mit präziser Anpassung, um Kinderaugen optimal zu unterstützen.
Orthokeratologie (Nachtlinsen)
Ein sehr wirksamer Weg zur Begrenzung der fortschreitenden Myopie sind sogenannte orthokeratologische Kontaktlinsen. Studien haben bestätigt, dass die orthokeratologische Korrektur die fortschreitende Myopie und deren Folgen hemmt. Das spezielle, maßgeschneiderte Design dieser „Nachtlinsen“ modelliert dabei die Hornhaut im Schlaf äußerst exakt im Mikrometer-Bereich und korrigiert so die Kurzsichtigkeit Ihres Kindes. Die Hornhaut behält die modellierte Form am folgenden Tag – das Ergebnis: Ihr Kind kann nach dem Aufstehen den ganzen Tag lang ohne Brille oder Kontaktlinsen scharf sehen.
Für das Kind ermöglichen Nachtlinsen tagsüber ein Leben ohne Sehhilfe. Das ist vor allem bei aktiven Kindern ein großer Vorteil. Auch die Handhabung und Pflege lässt sich einfach gestalten, da die Eltern in der Regel beim Einsetzen am Abend und beim Aussetzen am Morgen mit dabei sind. So kann die richtige Handhabung optimal in Begleitung geübt werden und wird zur täglichen Routine – wie Zähne putzen!
Weiche Kontaktlinsen

Neben orthokeratologischen Kontaktlinsen können auch spezielle weiche Kontaktlinsen das Fortschreiten einer Myopie begrenzen. Ihr Einsatz hat in Tests ähnlich gute Resultate erzielt. Diese weichen Spezial-Kontaktlinsen haben einen vergleichbaren Individualisierungsgrad wie Ortho-K.-Linsen, werden im Gegensatz zu diesen aber tagsüber getragen.
Bei der MySight-Tageskontaktlinse wird durch die ActiveControl® Technologie die Myopie korrigiert und gleichzeitig das Fortschreiten der Myopie um durchschnittlich 59 % reduziert.
Weiche Kontaktlinsen werden von Kindern und Jugendlichen bezüglich Tragekomfort und Umgang sehr schnell akzeptiert. Je nach Anforderung Ihres Kindes gibt es weiche Kontaktlinsen als Tages-, Monats- oder Jahreskontaktlinsen.

Die Wahl der passenden Kontaktlinse hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Bedarfsermittlung kommt es auch auf die Anatomie und Physiologie des Auges des Kindes, auf die Art der Fehlsichtigkeit, aber auch auf die Hobbys des Kindes an.
Formstabile Linsen
Formstabile oder harte Kontaktlinsen können ebenfalls im Myopiemanagement eingesetzt werden. Mit einem peripheren myopischen Defokus wird gezielt das Wachstum des Augapfels gehemmt, was das Fortschreiten der Myopie verlangsamt.
Formstabile Linsen bieten eine klare Sicht, sind insbesondere für komplexere Sehkorrekturen gut geeignet, und sind darüber hinaus langlebig. Sie erfordern jedoch eine längere Eingewöhnung.
Vereinbaren Sie einen Termin bei unserer Myopiemanagement-Expertin Theresa Tomalla und lassen Sie sich und Ihr Kind optimal zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beraten! Sprechen Sie bei einer Terminvereinbarung immer die Kurzsichtigkeit Ihres Kindes an.
Atropin-Augentropfen

Atropin-Augentropfen werden in der Augenheilkunde unter anderem bei verschiedenen Augenerkrankungen eingesetzt, um das Auge zu entspannen und Schmerzen zu reduzieren. Einige Studien zeigen außerdem, dass sich mit Atropin auch das Fortschreiten einer Myopie verlangsamen lässt. Es wurden dabei kurzfristig gute Ergebnisse erzielt – sogar sehr niedrige Dosierungen haben einen positiven Effekt. Eventuelle Nebenwirkungen bei der Anwendung über einen längeren Zeitraum sind noch nicht bekannt. Atropin-Augentropfen sind verschreibungspflichtig und dürfen deshalb nur von Augenärzten verordnet werden.
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